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Bei dem ersten Abendmahl (1714)
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Bei dem ersten Abendmahl -
Ist`s? ja, es ist geschehen:
Ich habe Gott gesehen;
Er hat sich eingefunden,
Und sich mit mir verbunden.
Er hat mich Liebes-Kranken,
(O sel`ge Frieds-Gedanken!)
Zu seinem Tisch geleitet,
Und Abendmahl bereitet.
Wie dank`ich`s Seiner Liebe,
Die aus dem treusten Triebe
Sich, um mich zu erheben,
In`s Niedrige gegeben!
Wie dank` ich`s Seinem Herzen,
Das so viel herbe Schmerzen
Für mich, die sie verschuldet,
Aus lauter Lieb` erduldet!
Wie dank` ich`s Seinem Leiden,
Dem Ursprung meiner Freuden!
Wie dank` ich`s Seinem Stöhnen
Und heiß vergoßnen Tränen!
Wie dank` ich`s Seinem Dürsten,
Da Ihm, dem Lebens-Fürsten,
Die Jung` am Gaumen klebte,
Auf daß mich Kraft belebte!
Wie dank` ich`s Seinem Sterben!
Es tötet mein Verderben;
Sein letztes Angstgetöne
Klingt meinen Ohren schöne.
Die Fahrt zur Grabesschwelle,
Und zu der Tür der Hölle
Bewahrt mich vor den Schlünden,
Die nimmer zu ergründen.
Du herzvertraute Liebe,
Entzünde meine Triebe,
Damit sie ohne Schweigen
Von deiner Tugend zeugen!
Laß deinen Tod und Sterben,
Dein ritterlich Erwerben
Den hartgebund`nen Seelen
Mich öffentlich erzählen!
Und nach dem teuren Mahle
Gib, daß ich Dir bezahle
Die seligen Gelübde
Darin sich Jesus übte!
Es werd` an mir gesehen
Dein Tod und Auferstehen,
Dein Kampf und Überwinden,
Dein Suchen und dein Finden!
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