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    Friedhof der steinernen Schwerter
    Friedhof der steinernen Schwerter

    Unzählige Steinkreuze
    auf einem Soldatenfriedhof;
    stehen in Reih’ und Glied;
    sie gleichen übergroßen,
    mit der Klinge im Boden
    steckenden Schwertern;
    sie verharren, als wollten sie
    die Überlebenden
    auf das Ende einer Schlacht hinweisen:

    „Es ist’s genug,
    mehr als genug
    des Kampfes und des Tötens
    darum geht nach Hause
    und bestellt wieder
    Euer Haus, Eueren Hof und Euere Äcker !“

    Jedes Kreuz ist
    mit einem Namen versehen;
    eine schon verbleichende Beschriftung
    kündet vom Tod
    eines jungen, hoffnungsfrohen Menschen,
    und von
    seinen verlorenen Träumen
    und seiner erloschenen Zukunft.

    Träume, Hoffnungen
    und Sehnsüchte,
    eines Menschen,
    die wohl
    in einem einzig verbliebenen Wunsch
    gebündelt waren:
    Dem ihm wehrlos
    aufgezwungenen
    unmenschlichen Kriegsirrsinn
    unverehrt zu entkommen
    und heil nach Hause
    zu seiner Familie zurückzukehren.

    Wohin die Träger
    der verbleichenden Namen gingen ?
    Die Steinkreuze
    künden es
    und doch noch viel mehr
    von all dem unendlichen Leid
    das ihnen
    und Abermillionen von Mitmenschen
    weltweit geschah
    und weltweit
    auch heute noch
    geschieht.

    Doch die Idylle über dem Meer
    der steinernen, ruhenden Schwerter
    ist brüchig und trügerisch:

    Denn in die vermeintliche Stille
    dringen immer noch
    und nie enden wollend
    der Lärm von Schüssen
    das Krachen explodierender Granaten
    das Schreien der Verwundeten
    und das Weinen, Klagen und Schluchzen
    aller von Gewalt und vom Krieg
    geschundenen Menschen und Kreaturen.

    Und irgendwo auf der Welt
    verkünden noch immer
    herrschende Kriegstreiber und Kriegscliquen
    eigens ersonnene
    menschenverachtende Doktrinen
    die da lauten:

    „Tod dem anders Denkenden
    Tod dem anders Fühlenden
    Tod dem anders Glaubenden
    Tod dem anders Besitzenden
    Tod dem anders Gearteten !“

    Doch die Steinkreuze
    und die ungezählten,
    und irgendwo in der Erde
    verscharrten
    namenlosen Toten aller Kriege
    mahnen fordernd und eindringlich:

    „Vergesst uns nicht !

    Vergesst nicht unser Leid und unsere Opfer
    und vergesst nicht
    das Leid der Hungernden,
    das Leid der Geschundenen,
    das Leid der Vergewaltigten,
    das Leid der Vertriebenen
    das Leid aller Angehörigen.

    Denn im Wissen um die Opfer
    sämtlicher Kriege
    und um die Opfer aller Gewalt
    menschlichen Handelns
    schuldet Ihr uns
    Erinnerung für ewige Zeiten
    und die Pflicht
    Gewalt und Krieg
    für immer zu verhindern !

    Darum: Tötet den Hass
    und tötet
    die Gier in Euch
    und Ihr tötet den Krieg
    und das Leid
    dieser Welt !

    Tötet den Krieg !

    Damit Friede wird

    zwischen den anders Denkenden
    zwischen den anders Fühlenden
    zwischen den anders Glaubenden
    zwischen den anders Besitzenden
    zwischen den anders Gearteten
    und zwischen den anders Hoffenden.

    Schafft und bewahrt Frieden:
    Zum Wohle jedes Menschen,
    zum Wohle aller Stämme,
    zum Wohle aller Völker,
    und zum Wohle aller Geschöpfe;
    und zum Wohle dieser unserer
    einen Mutter Erde !


    Autor: Josef Albert Stöckl, Kirchdorf bei Haag/Oberbayern
    Titel: Friedhof der steinernen Schwerter (11/2011)
    Copyright: by Josef Albert Stöckl
    gepostet von Albert Stöckl
    Date: 04.11.2011 11:53
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