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    Ausflug in ein Freilandmuseum
    Ausflug in ein Freilandmuseum

    Wenn ich im Urlaub durch ein Freilandmuseum gehe
    und die vielen betagten Bauernhäuser vor mir sehe,
    kommt es mir vor, als stünde die Zeit ganz einfach still,
    so wie auch ich mich in die Vergangenheit begeben will.

    Ein altes rotes Ziegeldach dort hinter dem Gartenzaun.
    Einen Waschkorb tragend eine paar plaudernde Frau`n,
    viele schnatternde Gänse hinter einem Gatter aus Holz
    als des Bauern lebendiges Inventar, sein ganzer Stolz.

    Das „Dorf“ wirkt auf mich ähnlich wie in den 50er Jahren
    als ich Kind war und eine Oma hatte mit grauen Haaren,
    Dort rosa Säulenpappeln am Zaun, wie sie Mutter hatte,
    und im alten Gartenzaun leider eine fehlende Holzlatte.

    Hier nun ein Backhäuschen, aus dem es herrlich riecht!
    auch eine Schnecke, die am Brunnenrand hoch kriecht,
    ein ausgewachsener Schäferhund der an der Kette zieht
    und ein Kätzchen, das seinem Knurren schnell entflieht.

    Idyllisch empfinde ich die weidenden Schafe im Pferche
    bemerke auf dem Kastanienbaum eine singende Lerche,
    schaue mir ferner die Hällischen Hausschweinchen an
    und den Taubenschlag auf einem Pfahl gleich nebenan.

    Hinter einem alten Haus ist ein gepflegter Bauerngarten,
    wo stattliche Salatköpfe und Kohlrabi auf die Ernte warten.
    Eine Buchshecke schließt säuberlich das Kräuterbeet ein
    und an der Gartenmauer rankt sich hoch der wilde Wein.

    Die Haustüren sind niedrig, davor eine alte hölzerne Bank,
    ein Schuhkratzer aus Metall, drinnen ein Bauernschrank,
    in der guten Stube der blau geplättelte Kachelofen dominant
    und eine alte Uhr, laut tickend und hängend an der Wand.

    Im Schlafzimmer wartet eine alte bemalte Kinderwiege
    und zum Dachboden hinauf führt eine knarrende Stiege.
    Eine Truhe steht neben einer Milchkanne in der Tenne,
    auf dem Mist, statt eines Hahnes, eine gackernde Henne.

    In der Stube ist eine alte Frau mit dem Spinnrad beschäftigt
    Der große Küchenherd wird erst im Winter geschürt kräftig.
    Dann werden Stollen und Weihnachtsplätzchen gebacken,
    im Roten Ochsen serviert ein Braten vom Schweinenacken.

    Das Leben war in einem früheren Bauerndorf am Pulsieren,
    das kann man beim Rundgang im Freilandmuseum spüren.
    Zwei Apfelschimmel sind auf einer Koppel tüchtig am Grasen
    und im Hasenstall mümmeln Deutsche Riesen und Stallhasen.

    Die Jauchgrube darf nicht fehlen und ein Haufen Mist davor
    und eine Fuhr Futter vor dem großen hölzernen Scheunentor.
    Eine Frau müht sich am Brunnen, um Wasser zu schöpfen.
    Es war schon mühsam früher, geistert es in unseren Köpfen.


    Autor: Sieglinde Seiler
    Titel: Ausflug in ein Freilandmuseum, (Crailsheim, den 23.6.o6)
    Copyright: © Sieglinde Seiler
    gepostet von Sieglinde Seiler
    Date: 01.08.2009 14:34
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