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    O Heil`ger Geist, kehr bei uns ein
    O Heil`ger Geist, kehr bei uns ein

    O Heil'ger Geist, kehr bei uns ein
    Und laß uns deine Wohnung sein,
    O komm, du Herzenssonne!
    Du Himmelslicht, laß deinen Schein
    Bei uns und in uns kräftig sein
    Zu steter Freud` und Wonne,
    Sonne, Wonne, himmlisch Leben
    Willst du geben, wenn wir beten;
    Zu dir kommen wir getreten.

    Du Quell, draus alle Weisheit fließt,
    Die sich in fromme Seelen gießt,
    Laß deinen Trost uns hören,
    Daß wir in Glaubenseinigkeit
    Auch können alle Christenheit
    Dein wahres Zeugnis lehren!
    Höre, lehre, daß wir könen
    Herz und Sinnen dir ergeben,
    Dir zu Lob und uns zum Leben.

    Steh uns stets bei mit deinem Rat
    Und führ uns selbst den rechten Pfad,
    Die wir den Weg nicht wissen!
    Gib uns Beständigkeit, daß wir
    Getreu dir bleiben f�r und für,
    Wenn wir uns leiden müßen!
    Schaue, baue,
    Was zerrissen und geflissen,
    Dich zu schauen
    Und auf deinen Trost zu bauen

    Laß uns dein` edle Balsamkraft
    Empfinden und zur Ritterschaft
    Dadurch gestärket werden,
    Auf daß wir unter deinem Schutz
    Begegnen aller Feinde Trutz,
    Mit freudigen Geberden.
    Laß dich reichlich auf uns nieder,
    Daß wir wieder Trost empfinden,
    Alles Unglück überwinden.

    O straker Fels und Lebenshort,
    Laß uns dein himmelsüßes Wort
    In unsern Herzen brennen,
    Daß wir uns mögen nimmermehr
    Von deiner weisheitreichen Lehr
    Und reinen Liebe trennen.
    Fließe, Gieße deine Güte ins Gemüte,
    Daß wir können
    Christtum unsern Heiland nennen.

    Du süßer Himmelstau, laß dich
    In unsre Herzen kräftiglich
    Und schenk uns deine Liebe,
    Daß unser Sinn verbunden sei
    Dem Nächsten stets mit Liebestreu
    Und sich darinnen übe;
    Kein Neid, kein Streit dich betrübe,
    Fried und Liebe müssen schweben,
    Fried und Freude wirst du geben.

    Hilf, daß in reiner Heiligkeit
    Wir führen unsre Lebenszeit,
    Sei unsers Geistes Stärke,
    Daß und forthin sei unbewußt die Eitelkeit,
    Des Fleisches Lust und seine toten Werke.
    Rühre, führe unser Sinnen
    Und beginnen von der Erden,
    Daß wir Himmelserben werden.

    Autor: Michael Schirmer (1866-1929)
    Titel: O Heil`ger Geist, kehr bei uns ein (1833)
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