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    Der Flachs
    Der Flachs

    Der Flachs wird gesät,
    seine Blüte hernach blau,
    er wird nicht gemäht -
    das ist besonders schlau.

    Einzeln gezogen,
    gebündelt zur Garbe,
    getrocknet am Holzbogen,
    verliert sodann die Farbe.

    Hängt dort einige Zeit -
    etwa zehn Tage,
    dann ist er soweit -
    kommt in die Trockenanlage.

    Im warmen Steinbackofen,
    recht locker verteilt,
    wird knackig trocken,
    wenn`s länger verweilt.

    Die Halme schnell geknickt,
    wenn das Brechholz zieht entlang,
    die Außenhülle geschwind bricht
    und rieselt, als wär`s feiner Sand.

    Zum Vorschein kommen Fäden,
    die kräftig und stark,
    jeder kann erleben -
    sie sind seidig zart.

    Danach gekämmt ganz glatt -
    und in lange Zöpfe gelegt.
    Dann gesponnen mit dem Spinnrad -
    hernach die Garne miteinander gedreht.

    Der Webstuhl, wie alle Jahre,
    webt hübsch und schlicht.
    Erzeugt erstklassige Ware -
    „Besseres” gibt es nicht.

    Leinsamen ist bekannt -
    wird verkauft in allen Reformhausläden.
    Doch wie entsteht daraus ein Gewand ?
    Dafür muüßte es viel mehr Aufklärung geben.

    Autor: Grete Schicke
    Titel: Der Flachs
    Copyright: © Grete Schicke, 31084 Freden / Leine
    eingesandt von Grete Schicke
    Brief eingegangen am: 29. September 2007
    eMail: kontakt@grete-schicke.de
    Internet: www.grete-schicke.de
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