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    Minneleid (nach einer Volksweise)

    Minneleid (nach einer Volksweise)

    Ich leide unermessen,
    Wenn ich dich leiden seh’,
    Ich kann dich nicht vergessen,
    Tut's auch dem Herzen weh.
    Den Strahl verbiet’ dem Sterne,
    Dem Wind verbiet’ zu weh’n,
    Und bin ich in der Ferne,
    Muß ich im Traum dich seh’n,

    O schau’ doch nicht so eigen,
    So minnetief mich an,
    Darf nicht die Hand dir reichen,
    Nicht deinen Kuss empfahn.
    Gern möcht’ ich dich vergessen
    Und kann es doch nicht sein,
    Die Liebe unermessen,
    Die macht mir bitt’re Pein.

    In’s Land bin ich gefahren,
    doch zog mich’s bald zurück;
    Gott wolle dich bewahren,
    Du bist ja doch mein Glück!
    Den Strahl verbiet’ dem Sterne,
    Dem Wind verbiet’ zu weh’n,
    Und bin ich in der Ferne,
    Muß ich im Traum dich seh’n.


    Autor: Franz Alfred Muth (1839-1890)
    Titel: Minneleid (nach einer Volksweise)
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