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    Sternennacht

    Sternennacht (1)
    Der Tag hat mir so weh getan,
    So fern ist Alles, was ich gerne!
    Was schaut ihr mich so lächelnd an,
    Am Himmel weit ihr gold`nen Sterne?

    Sie aber schau`n und lächeln fort,
    Bis ich hab` selber lächeln müssen,
    Und nach der ew`gen Heimat dort
    Mußt` ich in heißer Sehnsucht grüßen.

    Da faßt`ich`s erst nach Weh` und Schmerz,
    Wie alle Tränen nur zum Segen;
    Als müsse ich das ganze Herz
    In Gottes Vaterhände legen.


    Sternennacht (2)
    Wie sie glitzern nah` und fern,
    Wie sie flimmern, Stern an Stern:
    Engelsflüglein, die sich regen,
    Engelshände voller Segen!
    Tiefe, klare Sternennacht
    Über allen Bergen wacht.

    Engelswacht und Sternennacht,
    Drin die Unschuld selig lacht!
    Wie so sacht die Bronnen fließen,
    Wie so leis die Blumen grüßen!
    Sehnsucht regt die Flügel sacht
    Himmelwärts in solcher Nacht.

    Autor: Franz Alfred Muth (1839-1890)
    Titel: Sternennacht
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