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    Märzlieder

    Märzlieder

    Über die Haide bin ich gegangen,
    Stürmisch wehte der Märzenwind,
    Aber ein Blümlein fand ich prangen,
    Ein gar liebliches Frühlingskind.

    Weiße Glöckchen so duftigmilde
    Haben mich sinnig angelacht;
    Ach, wer hat an öde Gefilde,
    Wer an den Märzenwind gedacht!

    Sprich mir nicht von Weh und Winden,
    Die so stürmisch im Leben weh`n!
    Willst du suchen, so wirst du finden
    Lieblichblühende Blumen steh`n!

         __________

    Aus der Stube trüber Hast
    Trieb mich heut` ein heiß Verlangen:
    Alle Bäume steh`n im Saft,
    Hoffnungsgrün die Saaten prangen.

    Veilchen duftig blüh`n am Rain
    Mit den holdverschämten Wangen,
    Lerchen in dem Himmelsschein
    Jubelfrische Lieder sangen.

    Konn`t ich ander`s? Lerchen gleich
    Ist das Herz emporgestiegen;
    was darin vom Erdenreich,
    Ließ ich all`auf Erden liegen.

    Autor: Franz Alfred Muth (1839-1890)
    Titel: Märzlieder
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