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    Herr, wir haben Heimweh

    Herr, wir haben Heimweh

    Pilger irren wir auf Erden,
    Suchend nach dem rechten Port,
    So in Lust, wie in Beschwerden,
    Ruft`s im Herzen fort und fort:
    Herr, wir haben Heimweh!

    Heimweh, ob auch süße Lieder
    Es in Schlummer wiegen ein,
    Gottes Leid erweckt es wieder
    Nach der Heimat Morgenschein.
    Herr, wir haben Heimweh!

    Heimweh, nach der ganzen Wahrheit,
    Unverhüllt, und unbegrenzt,
    Heimweh nach der vollen Klarheit,
    Die in Himmelsschöne glänzt.
    Herr, wir haben Heimweh!

    Heimweh innig, tief und dauernd,
    Dem nichts schön und reich genug,
    Heimweh selig und durchschauernd,
    Warnend treu vor Lug und Trug.
    Herr, wir haben Heimweh!

    Herr, hat Heimweh dich gezogen
    Zu den Sündern erdenwärts,
    Ist in Heimweh auch geflogen
    Himmelwärts das Menschenherz.
    Herr, wir haben Heimweh!

    Rings, Herr, will es Abend werden,
    Dunkle Nacht in weiter Welt,
    Aber ob der dunklen Erden
    Strahlt in Pracht das Himmelszelt.
    Herr, wir haben Heimweh!

    Autor: Franz Alfred Muth (1839-1890)
    Titel: Herr, wir haben Heimweh
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