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    Spielmanns Sterbelied

    Spielmanns Sterbelied

    Hab`die Füße nun voll Wunden,
    Ausgespielt hat meine Hand;
    Tot werd` ich bald aufgefunden
    Irgendwo am Straßenrand.

    Hungernd bin ich oft gegangen
    Morgens früh bis abends spät,
    Hab` in schmerzlichen Verlangen
    Um mein täglich Brot gefleht.

    Aber Worte hart wie Steine
    Gab mir mancher oft statt Brot;
    Freundesliebe fand ich keine. -
    Läg` ich doch im Grab schon tot!

    Geht es nun mit mir zu Ende,
    Blicke ich zum Himmel auf,
    Falte betend meine Hände:
    „Nimm mich armen Spielmann auf!

    Du warst auch umhergetrieben,
    Heimatlos, von Ort zu Ort,
    Und es steht von dir geschrieben
    Dieses bittre Klagewort:

    Füchse haben ihre Gruben,
    Und die Vöglein auf dem Ast
    Haben ihre warmen Stuben;
    Doch der größte Erdengast

    Konnte keine Herberg`finden,
    Nicht im Dorf, nicht in der Stadt -
    Auf den Bergen, in den Gründen
    Sucht` er seine Ruhestatt.

    Wie der Schächer einst am Ende,
    Schau` ich auch zu dir hinauf,
    Falte betend meine Hände:
    Nimm mich armen Spielmann auf!”

    Autor: Karl Friedrich Mezger (1880-1911)
    Titel: Spielmanns Sterbelied
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