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    Schon streift mein Fuß

    Schon streift mein Fuß

    Schon streift mein Fuß übers Stoppelfeld.
    Doch als ich gestern gegangen,
    Sah ich ein wogendes Ährenfeld,
    Cyane und Mohn noch prangen.

    Nur ein verspäteter Haber steht
    Noch droben am Waldesschatten;
    Doch bald darüber die Sichel geht -
    Und öde stehn Fluren und Matten!

    Und öd`verlassenes Stoppelfeld,
    Wie mahnest du mich ans Leben!
    Wie ist so wechselvoll diese Welt,
    Bei Freude gleich Leid daneben!

    Wie hält verbunden ein Augenblick
    So eng oft leben und Sterben!
    Wie ist das höchste und schönste Glück
    Oft rasch zerbrochen in Scherben!

    Drum Mensch, wenn alles auch dir gehört,
    Was Glück heißt unten auf Erden,
    Nicht rühme dich des! Es kann zerstört,
    Gar bald entrissen dir werden.

    Autor: Karl Friedrich Mezger (1880-1911)
    Titel: Schon streift mein Fuß
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