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    Heimkehr

    Heimkehr

    Es steht ein Hütte im Waldesgrund,
    Vermodert und halb zerfallen.
    Drin ist in dämmernder Abendstund
    Ein tiefer Seufzer gefallen.

    Ein Seufzer, und ein Träne dazu
    Aus einem Herzen voll Wunden,
    Das müde gehetzt zur nächtlichen Ruh
    Die alte Hütte gefunden.

    Ein armer, verlassener Vagabund
    Liegt hier auf Erde und Steinen,
    An den seine Mutter zu dieser Stund
    Gedenkt mit Schmerzen und Weinen.

    Der Wind trägt vom Dorfe den Glockenton
    So sanft zu ihm hernieder -
    Da denkt der arme, verlorene Sohn
    An Eltern und Heimat wieder.

    Er seufzt und über das rauhe Gesicht
    Rollen viel brennende Tränen,
    Und seine Seel`- ob sie will oder nicht -
    Wird weich von drängendem Sehnen.

    Und tief in dem kranken Herzen erwacht
    Ein mächtiges Heimverlangen -
    Und seine Seele ist leis in der Nacht
    den Heimweg vorausgegangen...

    Autor: Karl Friedrich Mezger (1880-1911)
    Titel: Heimkehr
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