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    An Vaters Krankenbett

    An Vaters Krankenbett

    Das waren schöne Stunden, wenn ich oft ganz allein
    Im stillen Krankenzimmer beim Vater durfte sein!

    Wie saß ich da so gerne an seinem Bett und hab`
    Ihn treu gepflegt, so gut als es eben kann ein Knab`.

    Wie hat mich da mein Vater so dankbar angesehn!
    Oft sah ich eine Träne in seinen Augen stehn.

    Dann strich er mir die Wangen so liebend, weich und zart,
    Daß ich gar oft zu Tränen darob gerühret ward.

    Und einmal war`s gewesen, an einem Nachmittag,
    Daß er so seltsam friedlich auf seinem Bette lag.

    Ich mußte zu ihm treten, nah an des Bettes Rand;
    Da legte er mir lange aufs Haupt die müde Hand.

    Als ich am andern Morgen vom Schlummer erwacht,
    Sprach weinend meine Mutter: „Der Vater starb heut`nacht!”

    Autor: Karl Friedrich Mezger (1880-1911)
    Titel: An Vaters Krankenbett
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