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    Komm, o komm, Du Geist des Lebens

    Komm, o komm, Du Geist des Lebens

    Komm, o komm, Du Geist des Lebens,
    Wahrer Gott von Ewigkeit;
    Deine Kraft sei nicht vergebens,
    Sie erfüllt uns jederzeit,
    So wird Geist und Licht und Schein
    In dem dunklen Herzen sein.

    Gib in unser Herz und Sinn
    Weisheit, Rat, Verstand und Zucht,
    Daß wir anders nicht beginnen,
    Als nur, was dein Wille sucht;
    Dein Erkenntnis werde groß
    Und mach uns vom Irrtum los.

    Zeige, Herr, die Wohlfahrtsstege!
    Das was wieder dich gethan,
    Räume ferner aus dem Wege,
    Schlecht und Recht sei um und an;
    Wirke Reu an Sünde statt,
    Wenn der Fuß gestrauchelt hat.

    Laß uns stets dein Zeugnis fühlen,
    Daß wir Gottes Kinder sind,
    Die auf Ihn alleine zielen,
    Wenn sich Not und Drangsal findt;
    Denn des Vaters liebe Nut
    Ist uns allewege gut.

    Reiz uns, daß wir zu ihm treten
    Frei mit aller Freudigkeit,
    Seuft auch in uns, wenn wir beten,
    Und vertritt uns allezeit,
    So wird unsre Bitt erhört
    Und unsre Zuversicht vermehrt.

    Wird uns auch nach Troste bange,
    Daß das Herz oft ruhen muß:
    Ach mein Gott, mein Gott, wie lange?
    Ei, so mach uns den Beschluß,
    Sprich der Seele tröstlich zu
    Und gieb Mut, Geduld und Ruh!

    O Du Geist der Kraft und Stärke,
    Du gewisser, neuer Geist,
    Fördre in uns deine Werke!
    Wenn des Satans Macht sich weist;
    Schenk uns Waffen in dem Krieg
    Und erhalt in uns den Sieg!

    Herr, bewahre auch unsern Glauben,
    Daß kein Teufel, Tod noch Spott
    Uns denselben möge rauben;
    Du bist unser Schutz und Gott.
    Sagt das Fleisch gleich immer nein,
    Laß Dein Wort gewisser sein!

    Wenn wir endlich sollen sterben,
    So versichre uns je mehr,
    Als des Himmelsreiches Erben,
    Jener Herrlichkeit und Ehr,
    Die uns unser Gott erkieft
    Und nicht auszusprechen ist.

    Autor: Heinrich Held (1620-1659)
    Titel: Komm, o komm, Du Geist des Lebens
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