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    Grabgesang

    Grabgesang

    Vor des Friedhofs dunker Pforte
    Bleiben Leid und Schmerzen stehn,
    Dringen nicht zum heil`gen Orte,
    Wo die sel`gen Geister geh`n.
    Wo nach heißer Tage Glut
    Unser Freund im Frieden ruht.

    Zu des Himmels Wolkenthoren
    Schwang die Seele sich hinan,
    Fern von Schmerzen, neu geboren,
    Geht sie auf - die Sternenbahn;
    Auch vor jenen heil`gen Höh`n
    Bleiben Leid und Schmerzen steh`n.

    Sehnsucht gießet ihre Zähren
    Auf den Hügel, wo er ruht;
    Doch ein Hauch aus jenen Sphären
    Füllt das Herz mit neuem Muth;
    Nicht zur Gruft hinab - hinan,
    Aufwärts ging des Freundes Bahn.

    Drum auf des Gesanges Schwingen
    Steigen wir zu ihm empor,
    Uns`re Trauertöne dringen
    Aufwärts zu der Seel`gen Chor,
    Tragen ihm in stille Ruh`
    Uns`re letzten Grüße zu.

    Autor: Wilhelm Hauff (1802-1827)
    Titel: Grabgesang
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