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    Das Burschentum

    Das Burschentum

    Wenn die Becher fröhlich kreisen,
    Wenn in vollen Sangesweisen
    Tönt so manches Helden Ruhm,
    Ja, da muß man dich auch singen,
    Muß auch dir die Becher schwingen,
    Dir, du altes Burschentum!

    Fragt ihr, wo die Freiheit wohne?
    Auf Europa`s weiter Zone
    Habt ihr nimmer sie geseh`n;
    Nur bei alter, treuer Sitte,
    In der Burschen froher Mitte
    Mag ihr Tempel noch besteh`n.

    Froh und frei, wie`s unsre Alten
    Einst zu ihrer Zeit gehalten,
    Leben wir, so lang es gilt;
    Freuen uns – mit leerer Tasche,
    Wenn uns nur aus voller Flasche
    Klar der braune Nektar quillt.

    Nicht in marmornen Trophäen
    Kann die späte Nachwelt sehen,
    Was wir Brüder hier getan!
    Doch zum Denkstein unsern Siegen
    Häufen wir aus leeren Krügen
    Hohe Pyramiden an.

    Mit dem Humpen in der Linken
    Wollen wir dein Wohlsein trinken,
    Altes, frohes Burschentum:
    Mit dem Hieber in der Rechten
    Wollen wir dich kühn verfechten,
    Freies, tapfres Burschentum!

    Autor: Wilhelm Hauff (1802-1827)
    Titel: Das Burschentum
    Alle Wilhelm Hauff Gedichte

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