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    Abschied von der Heimat

    Abschied von der Heimat

    Thränen hab‘ ich viele, viele vergossen,
    Daß ich scheiden muß von hier  —  
    Doch mein lieber Vater hat es beschlossen,
    Aus der Heimat wandern wir,
         Heimat, heute wandern wir,
         Heut‘ auf ewig von dir.
         Drum ade, ade, ade!
         Drum ade, so lebe wohl!

    Lebet wohl, ihr meine Rosen im Garten
    Und ihr, meine Blümelein!
    Darf euch jetzt nicht weiter pflegen und warten,
    Denn es muß geschieden sein.
         Lieben Blümlein, weint mit mir,
         Heute scheid‘ ich von hier.
         Drum ade, ade, ade!
         Drum ade, so lebet wohl!

    Lebet wohl, ihr grünen blumigen Felder,
    Wo ich manches Sträußchen band!
    Lebet wohl, ihr Büsche, Lauben und Wälder,
    Wo ich kühlen Schatten fand!
         Berg‘ und Täler, stille Au‘n,
         Werd‘ euch nimmermehr schau‘n!
         Drum ade, ade, ade!
         Drum ade, so lebet wohl!

    Lebe wohl! so ruf‘ ich traurig hernieder,
    Ruf‘s vom Berg hinab ins Tal.
    Heimat, Heimat! seh‘ ich nimmer dich wieder!
    Seh‘ ich dich zum letzten Mal!
         Dunkel wird es rings umher  —  
         Und mein Herz ist so schwer.
         Drum ade, ade, ade!
         Drum ade, so lebe wohl!


    Autor: August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874)
    Titel: Abschied von der Heimat
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