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    Wer rettet

    Wer rettet

    Es ist den frischen hellen Quellen eigen,
    Was alt und faul, beherzt zu unterwühlen
    Und Wasserkünste unversehns und Mühlen
    Wild zu zerreißen, wenn die Fluten steigen.

    Es liebt das Feuer frei emporzusteigen,
    Verzehrend, die mit seinen Lohen spielen,
    Es liebt der Sturm, was leicht, hinwegzuspülen,
    Und bricht, was sich hochmütig nicht will neigen.

    Sahn wir den Herren nun in diesen Tagen
    Ernstrichtend durch das deutsche Land geschritten,
    Und Wogenrauschen hinter seinen Tritten,

    Und Flammen aus dem schwanken Boden schlagen,
    Empor sich ringelnd in des Sturmes Armen:
    Wer rettet uns noch da, als Sein Erbarmen?

    Autor: Joseph Freiherr von Eichendorff (1788-1857)
    Titel: Wer rettet (1848)
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