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    Das Preußenschiff
    Bei Friedr. Aug. v. Stägemanns fünfzigjähriger Dienstfeier 1835

    Das Preußenschiff

    Der Sturm wollt‘ uns zerschmettern,
    Was morsch war, lag zerschellt,
    Es schrieb mit feur‘gen Lettern
    Der Herr, und sprach in Wettern
    Zu der erchrocknen Welt.

    Durch wilder Wogen spritzen
    Vorüber manchem Riff,
    Wo auf Korallenspitzen
    Die finstern Nornen sitzen,
    Flog da das Preußenschiff.

    Das war von echtem Kerne;
    Gedankenvoll die Wacht
    Schaut durch die wüste Ferne
    Zum königlichen Sterne,
    Der leuchtet aus der Nacht.

    Und ob sie Nebel decken,
    Was groß und heilig war,
    Lenkten da aus den Schrecken
    Gewaltig die treuen Recken  —  
    Du mitten in dieser Schar.

    Da sah man wohl den schlanken
    Wald kühner Masten sich
    Zum Himmel pfeilernd ranken!
    Du lehntest voll Gedanken
    Auf deine Harfe dich.

    Bald mächtiger, bald leise,
    Mit wunderbarem Klang,
    Zogst du Gesangeskreise,
    Daß eine tiefe Weise
    Das wilde Meer bezwang.

    Und Sturm und Nacht verzogen,
    Schon blitzt es hier und da,
    Das Land stieg aus den Wogen,
    Und unter dem Friedensbogen
    Die alte Viktoria.

    Fahr wohl! wie Adlerschwingen
    Wird in der Zeiten Schwung
    Dein Ringen und dein Singen
    Durch deutsche Herzen klingen,
    So bleibst du ewig jung!

    Autor: Joseph Freiherr von Eichendorff (1788-1857)
    Titel: Das Preußenschiff (1835)
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