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    Auf der Feldwacht

    Auf der Feldwacht

    Mein Gewehr im Arme steh‘ ich
    Hier verloren auf der Wacht,
    Still nach jener Gegend seh‘ ich,
    Hab‘ so oft dahin gedacht!

    Fernher Abendglocken klingen
    Durch die schöne Einsamkeit;
    So, wenn wir zusammen gingen,
    Hört‘ ich‘s oft in alter Zeit.

    Wolken da wie Türme prangen,
    Als säh‘ ich im Duft mein Wien,
    Und die Donau hell ergangen
    Zwischen Burgen durch das Grün.

    Doch wie fern sind Strom und Türme!
    Wer da wohnt, denkt mein noch kaum,
    Herbstlich rauschen schon die Stürme,
    Und ich stehe wie im Traum.

    Autor: Joseph Freiherr von Eichendorff (1788-1857)
    Titel: Auf der Feldwacht
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