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    An Philipp Veit
    (Nach einer Wiener Redouten-Melodie)

    An Philipp Veit

    Kennst du noch den Zaubersaal,
    Wo süß Melodien wehen,
    Zwischen Sternen ohne Zahl
    Frauen auf und nieder gehen?

    Kennst du noch den Strom von Tönen,
    Der sich durch die bunten Reihen schlang,
    Von noch unbekannten Schönen
    Und von fernen, blauen Bergen sang?

    Sieh! die lichte Pracht erneut
    Fröhlich sich in allen Jahren,
    Doch die Brüder sind zerstreut,
    Die dort froh beisammen waren.

    Und der Blick wird irre schweifen,
    Einsam stehst du nun in Pracht und Scherz,
    Und die alten Töne greifen
    Dir mit tausend Schmerzen an das Herz.

    Uhren schlagen durch die Nacht,
    Drein verschlafne Geigen streichen,
    Aus dem Saale, überwacht,
    Sich die letzten Paare schleichen.

    So ist unser Fest vergangen,
    Und die lust‘gen Kerzen löschen aus,
    Doch die Sterne draußen prangen,
    Und die führen mich und dich nach Haus.

    Autor: Joseph Freiherr von Eichendorff (1788-1857)
    Titel: An Philipp Veit
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