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    Abschied

    Abschied

    Laß, Leben, nicht so wild die Locken wehen
    Es will so rascher Ritt mir nicht mehr glücken,
    Hoch überm Land von diamantnen Brücken:
    Mir schwindelt, in den Glanz hinabzusehen.

    „Vom Rosse spielend meine Blicke gehen
    Nach jüngern Augen, die mein Herz berücken,
    Horch, wie der Frühling aufjauchzt vor Entzücken,
    Kannst du nicht mit hinab, laß‘ ich dich stehen.”

    Kaum noch herzinnig mein, wend‘st du dich wieder,
    Ist das der Lohn für deine treusten Söhne?
    Dein trunkner Blick, fast möcht‘ er mich erschrecken.

    „Wer sagt' dir, daß ich treu, weil ich so schöne?
    Leb wohl, und streckst du müde einst die Glieder,
    Will ich mit Blumen dir den Rasen decken.”

    Autor: Joseph Freiherr von Eichendorff (1788-1857)
    Titel: Abschied (1840)
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