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    Umkehr

    Umkehr

    Leben kann man nicht von Tönen,
    Poesie geht ohne Schuh,
    Und so wandt‘ ich denn der Schönen
    Endlich auch den Rücken zu.

    Lange durch die Welt getrieben
    Hat mich nun die irre Hast,
    Immer doch bin ich geblieben
    Nur ein ungeschickter Gast.

    Überall zu spät zum Schmause
    Kam ich, wenn die andern voll,
    Trank die Neigen vor dem Hause,
    Wußt‘ nicht, wem ich‘s trinken soll.

    Mußt‘ mich vor Fortuna bücken
    Ehrfurchtsvoll bis auf die Zeh‘n,
    Vornehm wandt‘ sie mir den Rücken,
    Ließ mich so gebogen stehn.

    Und als ich mich aufgerichtet
    Wieder frisch und frei und stolz,
    Sah ich Berg‘ und Tal gelichtet,
    Blühen jedes dürre Holz.

    Welt hat eine plumpe Pfote,
    Wandern kann man ohne Schuh –
    Deck mit deinem Morgenrote
    Wieder nur den Wandrer zu!

    Autor: Joseph Freiherr von Eichendorff (1788-1857)
    Titel: Umkehr
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