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    Die zwei Gesellen

    Die zwei Gesellen

    Es zogen zwei rüstige Gesellen
    Zum erstenmal von Haus,
    So jubelnd recht in die hellen,
    Klingenden, singenden Wellen
    Des vollen Frühlings hinaus.

    Die strebten nach hohen Dingen,
    Die wollten, trotz Lust und Schmerz,
    Was Rechts in der Welt vollbringen,
    Und wenn sie vorübergingen,
    Dem lachten Sinnen und Herz.

    Der erste, der fand ein Liebchen,
    Die Schwieger kauft‘ Hof und Haus;
    Der wiegte gar bald ein Bübchen,
    Und sah aus heimlichem Stübchen
    Behaglich ins Feld hinaus.

    Dem zweiten sangen und logen
    Die tausend Stimmen im Grund,
    Verlockend‘ Sirenen, und zogen
    Ihn in der buhlenden Wogen
    Farbig klingenden Schlund.

    Und wie er auftaucht‘ vom Schlunde,
    Da war er müde und alt,
    Sein Schifflein das lag im Grunde,
    So still war‘s rings in die Runde,
    Und über die Wasser weht‘s kalt.

    Es singen und klingen die Wellen
    Des Frühlings wohl über mir;
    Und seh‘ ich so kecke Gesellen,
    Die Tränen im Auge mir schwellen  —  
    Ach Gott, führ uns liebreich zu dir!

    Autor: Joseph Freiherr von Eichendorff (1788-1857)
    Titel: Die zwei Gesellen
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