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    Die Werber

    Die Werber

    „O Frühling, wie bist du helle!
    Ade nun Hof und Haus!”
    Und jubelnd auf den Schwellen
    Mit fröhlichen Gesellen
    Wandert der Dichter aus.

    Doch ihre Lieder wecken
    Rings leises Zischen bald,
    Kobold‘ aus allen Hecken
    Erweisen sich mit Necken
    Gar wunderbar im Wald.

    Zu Roß, so schön und wüste,
    Ein hohes Weib fliegt her,
    Behelmt, entblößt die Brüste,
    Ihr Aug‘ weckt wild Gelüste,
    Sie heißt Soldaten-Ehr‘.

    Ihr nach aus Felsenritzen
    Schaun graue Wichte klein,
    Verstreun von ihren Mützen
    Dukaten rings, die blitzen
    Blutrot ins Land hinein.

    Der Schlauste gar durchs Blaue
    Als Flügel-Bübchen schwirrt,
    Führt über Berg und Aue
    Daher die schönste Fraue -
    Die macht erst all verwirrt.

    Und der Dichter in dem Toben
    Steht einsam auf der Höh‘,
    Die andern sind zerstoben,
    So still nun ist‘s da oben,
    Sein Herz tut ihm so weh.

    Er hört der Quellen Gänge
    Durch die Waldeinsamkeit,
    Da sinnt er auf Gesänge,
    Die Welt gibt volle Klänge,
    Sein Herz wird ihm so weit.

    Und jeden Frühling wieder
    Von der schönen Jugendzeit
    Singt er vom Berg hernieder
    Und Heimweh faßt die Brüder,
    Die in dem Tal zerstreut.

    Autor: Joseph Freiherr von Eichendorff (1788-1857)
    Titel: Die Werber
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