(1)
Wir wandern nun schon viel hundert Jahr,
Und kommen doch nicht zur Stelle —
Der Strom wohl rauscht an die tausend gar,
Und kommt doch nicht zur Quelle.
(2)
Die Ehre und die Eitelkeit,
Die führen immer bittern Streit,
Die ein‘ schien‘ vor der Welt so gern,
Was jene sein will vor dem Herrn.
(3)
Von allen guten Schwingen,
Zu brechen durch die Zeit,
Die mächtigste im Ringen,
Das ist ein rechtes Leid.
(4)
Laß nur die Wetter wogen!
Wohl übers dunkel Land
Zieht einen Regenbogen
Barmherzig Gottes Hand.
(5)
Was ich wollte, liegt zerschlagen,
Herr, ich lasse ja das Klagen,
Und das Herz ist still.
Nun aber gib auch Kraft, zu tragen,
Was ich nicht will!
(6)
Der jagt dahin, daß die Rosse schnaufen,
Der muß im Staub daneben laufen;
Aber die Nacht holt beide ein,
Setzt jenen im Traume neben die Rosse
Und den andern in seine Karosse —
Wer fährt nun fröhlicher? der da wacht,
Oder der blinde Passagier bei Nacht?
(7)
So oder so.
Die handeln und die dichten,
Das ist der Lebenslauf,
Der eine macht Geschichten,
Der andre schreibt sie auf,
Und der will beide richten;
So schreibt und treibt sich‘s fort,
Der Herr wird alles schlichten,
Verloren ist kein Wort.
(8)
Wenn die Wogen unten toben,
Menschenwitz zu Schanden wird,
Weist mit feur‘gen Zügen droben
Heimwärts dich der Wogen Hirt.
Sollst nach keinem andern fragen,
Nicht zurück schaun nach dem Land,
Faß das Steuer, laß das Zagen!
Aufgerollt hat Gottes Hand
Diese Wogen zum Befahren
Und die Sterne, dich zu wahren.
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