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    Herbst

    Herbst

    Es ist nun der Herbst gekommen,
    Hat das schöne Sommerkleid
    Von den Feldern weggenommen
    Und die Blätter ausgestreut,
    Vor dem bösen Winterwinde
    Deckt er warm und sachte zu
    Mit dem bunten Laub die Gründe,
    Die schon müde gehn zur Ruh‘.

    Durch die Felder sieht man fahren
    Eine wunderschöne Frau,
    Und von ihren langen Haaren
    Goldne Fäden auf der Au
    Spinnet sie und singt im Gehen:
    Eia, meine Blümelein,
    Nicht nach andern immer sehen,
    Eia, schlafet, schlafet ein.

    Und die Vöglein hoch in Lüften
    Über blaue Berg‘ und Seen
    Ziehn zur Ferne nach den Klüften,
    Wo die hohen Cedern stehn,
    Wo mit ihren goldnen Schwingen
    Auf des Benedeiten Gruft
    Engel Hosianna singen
    Nächtens durch die stille Luft.

    Autor: Joseph Freiherr von Eichendorff (1788-1857)
    Titel: Herbst
    Alle Joseph Freiherr von Eichendorff Gedichte

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