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    Neue Liebe

    Neue Liebe

    Herz, mein Herz, warum so fröhlich,
    So voll Unruh‘ und zerstreut,
    Als käm‘ über Berge selig
    Schon die schöne Frühlingszeit

    Weil ein liebes Mädchen wieder
    Herzlich an dein Herz sich drückt,
    Schaust du fröhlich auf und nieder,
    Erd‘ und Himmel dich erquickt.

    Und ich hab‘ die Fenster offen,
    Neu zieh in die Welt hinein
    Altes Bangen, altes Hoffen!
    Frühling, Frühling soll es sein!

    Still kann ich hier nicht mehr bleiben,
    Durch die Brust ein Singen irrt,
    Doch zu licht ist‘s mir zu Schreiben,
    Und ich bin so froh verwirrt.

    Also schlendr‘ ich durch die Gassen,
    Menschen gehen her und hin,
    Weiß nicht, was ich tu‘ und lasse,
    Nur, daß ich so glücklich bin.

    Autor: Joseph Freiherr von Eichendorff (1788-1857)
    Titel: Neue Liebe
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