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    Begegnung

    Begegnung

    Ich wandert‘ in der Frühlingszeit,
    Fern auf den Bergen gingen
    Mit Geigenspiel und Singen
    Viel lust‘ge Hochzeitsleut‘,
    Das war ein Jauchzen und Klingen!
    Es blühte rings in Tal und Höhn,
    Ich konnt‘ vor Lust nicht weiter gehn.

    Am Dorfe dann auf grüner Au
    Begannen sie den Reigen,
    Und durch den Schall der Geigen
    Lacht‘ laut die junge Frau,
    Ihr Stimmlein klang so eigen,
    Ich wußte nicht, wie mir geschehn  —  
    Da wandt‘ sie sich in wildem Drehn.

    Es war mein Lieb! s ist lange her,
    Sie blickt‘ so ohne Scheue,
    Verloren ist die Treue,
    Sie kannte mich nicht mehr  —  
    Da jauchzt‘ und geigt‘s aufs neue,
    Ich aber wandt‘ mich fort ins Feld,
    Nun wandr‘ ich bis ans End‘ der Welt!

    Autor: Joseph Freiherr von Eichendorff (1788-1857)
    Titel: Begegnung
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