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    Muttertränen
    Muttertränen

    Einst zog ich fröhlich in die Welt,
    Und unergründlich wollt' mir scheinen,
    Wie du, das Auge feuchtgeschwellt,
    Mir blickest nach am Tor mit Weinen.

    Und als ich dich so bald vergaß
    Inmitten wilder Lebenswellen...
    Mein Schifflein fest am Felsen saß
    Und einsam, elend mußt' zerschellen,

    Da faßte mich ein Heimweh tief!...
    Um alles wieder gutzumachen,
    Schrieb ich dir meinen schönsten Brief
    Und sah im Traum dich wieder lachen;

    Doch hätt' ich dich im Kämmerlein
    Heimlich einmal belauschen können,
    Ich hätte bei der Lampe Schein
    Gesehen, wie deine Augen brennen.

    Und rufst du alles heut zuzrück,
    Wie wahr ist doch mein letztes Wähnen:
    Dein tiefstes Leid, dein höchstes Glück,
    O Mutter, waren heiße Tränen!


    Autor: Carl Brand (????-????)
    Titel: Muttertränen
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